24. Dezember 2020

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, f├╝r viele von uns eine au├čergew├Âhnliche und belastende Zeit. Wieder wird hier hinter dem Haus eine der jungen Fichten ausgew├Ąhlt, um mit alten Glaskugeln und duftenden Bienenwachskerzen geschm├╝ckt zu werden. 

Auch die Pferde haben schon ihre Extra-Karotten bekommen, die H├╝hner picken an ihren Kohlk├Âpfen, beide Hunde freuen sich ├╝ber leckere Kauknochen und die drei Kater schlafen auf ihren Kuschelkissen und warten nur darauf, den Christbaum in Gefahr zu bringen. 

Ich w├╝nsche allen Lesern, allen Freunden wunderbare und besinnliche Festtage. Auch f├╝r mich wird Weihnachten in diesem Jahr anders ausfallen, ich hatte mich Mitte November mit Corona infiziert und noch immer f├╝hle ich mich noch nicht wirklich wiederhergestellt, ich werde wohl noch viel Geduld haben m├╝ssen und hoffen, wieder v├Âllig gesund werden zu k├Ânnen. Auch wenn das Schlimmste l├Ąngst ├╝berstanden ist - diese Krankheit ist nicht zu untersch├Ątzen. An dieser Stelle bitte ich jeden Leser, auf sich und seine Lieben aufzupassen und beim Schimpfen ├╝ber die Einschr├Ąnkungen kurz innezuhalten - was w├Ąre aus meinen Tieren, aus meinem Hof geworden, h├Ątte ich tagelang in einer Klinik verbringen m├╝ssen? Es gibt keinen Grund, Gesundheit aufs Spiel zu setzen - weder die eigene noch die anderer. 

Im letzten Jahr hatte ich zu bedenken gegeben, wie gut wir es haben: ein Dach ├╝ber dem Kopf, genug zu essen, zu trinken und auch noch eine Decke zum Einkuscheln. Ich hatte gehofft, wir k├Ânnten mehr Zufriedenheit mit sich selbst und den anderen finden. In diesem Jahr hat uns ein Virus gezeigt, wie zerbrechlich diese Zufriedenheit sein kann, wie verwundbar wir doch alle sind. 

 

Ich selbst habe in diesem Jahr erfahren, wie existentiell wichtig meine Freunde f├╝r mich sind. An dieser Stelle m├Âchte ich allen, allen bedanken, die f├╝r mich ein offenes Ohr hatten, die mit mir n├Ąchtelang telefonierten, mich besuchten, mich in einer f├╝r mich sehr schweren Zeit festhalten konnten. Ihr seid die besten Freunde, die es gibt. Vielen, vielen Dank f├╝r Eure Unterst├╝tzung und Eure Kraft. Ich werde heute Abend an jeden von Euch einzeln denken.

Frohe Weihnachten an alle Leser, an alle Freunde, an alle, die nur zuf├Ąllig hereingeschaut haben.




8. Oktober 2020

leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren 

und auf den Fluren 

la├č die Winde los... 

Der Herbsttag von Rilke ist ein Gedicht, das mich seit vielen, vielen Jahren begleitet und in diesem Jahr trifft es genau auf den kleinen Hof Hargo Talu in Estland zu. 

Fenster in der Bismarck-Kolonie

Die Idee eines alten Freundes, endlich die von mir immer wieder ertr├Ąumte Reise ins Memelland zu Wirklichkeit werden zu lassen, konnte endlich umgesetzt werden. Nach seiner pl├Âtzlichen Absage fuhr ich allein, der uralte rote Gel├Ąndewagen begleitete mich mit seinem dr├Âhnenden Dieselmotor und die wenigen Tage waren f├╝r mich intensiv und ich bin immer noch dankbar f├╝r die vielen bewegten Augenblicke dort. Es w├╝rde den Rahmen eines kleinen Blogs sprengen, dar├╝ber schreiben zu wollen, so verfasse ich nun schon seit Wochen einen Reisebericht, der immer mehr zu einer ganz gro├čen Aufgabe zu werden scheint und mir die Stimmung dieses kleinen Abenteuers wieder und wieder ins Ged├Ąchtnis ruft. 

 

6 neue Unterst├Ąnde sind fertig
Kaum zur├╝ck auf dem Hof war bereits der letzte der alten Unterst├Ąnde abgebrochen und mit der ├╝blichen Nervosit├Ąt und Unsicherheit, die solch gro├če Projekte unweigerlich mit sich bringen, beobachtete ich den Aufbau der beiden ihn ersetzenden Geb├Ąude. Die problematischen Bestellungen von Baumaterial und tagelange Regeng├╝sse behinderten die Arbeiten, aber schlie├člich war es soweit und ich durfte den Pinsel schwingen. Inzwischen ist die Beleuchtung fertig, sind die ├╝brig gebliebenen Bretter gestapelt - und kann ich  mich an den beeindruckenden Anblick der l├Ąngst von den Pferden bezogenen neuen Unterst├Ąnde kaum gew├Âhnen. Jeden Tag ├╝berkommt mich wieder Begeisterung und es erscheint mir unwirklich, alles selbst projektiert und in Angriff genommen zu haben. 

meine lettischen Arbeitswunder
Auch die l├Ąngst nicht mehr stabilen Zaunpfosten konnten dank meiner engagierten Sommer-Helferinnen, aber vor allem zweier aus Lettland empfohlener "Arbeitswunder" ausgetauscht werden. Immer wieder fuhr ich mit pfostenbeladenem Frontlader und auch dem alten Gel├Ąndewagen weit hinaus auf die Pferdekoppeln, die alten Pfosten wurden an andere Pferdehalter verschenkt. Die beiden lettischen Arbeiter waren vom Erdbohrer sichtlich begeistert und schufteten mit entsprechendem Enthusiasmus, ich mu├čte sie immer wieder zu kleinen Pausen anhalten. Und sie schafften, was ich niemals f├╝r diesen Sommer f├╝r m├Âglich gehalten h├Ątte: alle Koppelz├Ąune sind erneuert. 8 km Zaunmaterial, hunderte Pfosten, unz├Ąhlige Zaungriffe und Isolatoren waren verarbeitet. Ich hatte damit gerechnet, mindestens noch den n├Ąchsten Sommer mit Zaunbau zu verbringen. 

gaaanz viel Holz

Der sp├Ąte Sommer war erf├╝llt von Sonne und W├Ąrme, als wolle er mich f├╝r den traurigen Fr├╝hling entsch├Ądigen. Trotzdem w├╝rde der Winter kommen und als die bestellte Fuhre Brennholz auf dem Hof ankam, h├Ątte ich mich beim Anblick der bestellten Menge am liebsten geohrfeigt. Undenkbar, diesen riesigen Berg allein in die Scheune bringen zu k├Ânnen. Ich hoffte auf ein Wunder, einen zuf├Ąllig rekrutierbaren Besucher - aber schon nach 4 Tagen hatte ich die ├╝ber 100 Schubkarren voller Brennmaterial sauber aufgestapelt. 

Kaum fertig, h├Ârte ich ein seltsames Ger├Ąusch bei den Pferden. Schon rannte ich los und mein Gef├╝hl t├Ąuschte mich nicht. Bei der ukrainischen Stute Uteha war etwas zu sehen... vorsichtig n├Ąherte ich mich der
noch immer mi├čtrauischen und scheuen Pferdedame. Und tats├Ąchlich schaute mich hinter ihrer Schulter ein lebenslustiges Hengstfohlen mit neugierigen Augen an. Trotz aller Routinekontrollen hatte ich  mit dem kleinen Lebewesen noch nicht gerechnet. Auch wenn  hier schon ├╝ber 40 Fohlen zur Welt gekommen sind, bin ich ├╝ber jedes wieder begeistert, als w├Ąre es das erste... und der kleine Hengst entwickelt sich pr├Ąchtig, ist lebenslustig und f├╝hlt sich auf der riesigen Koppel sichtlich wohl. 


Uteha (aus der Ukraine) mit Nachwuchs

 

Erst in den letzten Tagen hat der Herbst Einzug gehalten, es wird empfindlich k├╝hl, die in diesem Sommer zur Gewohnheit gewordenen Abende vor dem Haus, ob mit Besuchern oder allein, werden ins Haus verlegt. Und neue Aufgaben erwarten mich, ich habe in der Zwischenzeit ein Vorstandsamt der neuen estnischen Dachorganisation f├╝r alle Zucht- und Reitsportverb├Ąnde angenommen und die ersten Termine im estnischen Landwirtschaftsministerium stehen an. Die neue Aufgabe ist mit stundenlangen Fahrten und langen Diskussionen verbunden, aber vor allem bietet sich f├╝r mich die M├Âglichkeit, Entscheidungen direkt beeinflussen und zu besserer Zusammenarbeit der Verb├Ąnde untereinander beitragen zu k├Ânnen. 

Leni - uw -

Viel Zeit, zum wachen, lesen, lange Briefe schreiben, um zu Rilke zur├╝ckzukehren, wird mir in diesem Herbst wohl nicht bleiben. Und doch beobachte ich and├Ąchtig und innehaltend die nun abziehenden Wildg├Ąnse, begeistere mich f├╝r die auch in diesem Jahr f├╝r wenige Tage hier pausierenden Schreiadler, genie├če den Duft der buntgef├Ąrbten Bl├Ątter und stehe nachts unter einem endlosen Sternenhimmel... der Sommer war sehr gro├č.



22. Juni 2020

Heute vor genau 26 Jahren bin ich in Estland angekommen.
Mehr als mein halbes Leben habe ich hier verbracht, 23 Jahre davon auf meinem jetzigen Bauernhof Hargo Talu. 
26 Jahre voller Erfahrungen, Inspirationen, Erfindungen, Herausforderungen.
Von minus 36 bis plus 36 Grad habe ich alles hier erlebt - und wer mir jetzt mit "trockene K├Ąlte" kommt, soll mal bei unter 20 Grad einen Traktor starten wollen! Oder tats├Ąchlich miterleben, wie schnell sich auf dem Wassereimer eine Eisschicht bildet... 
Was mit dem Hengst Hargo begonnen hat, ist heute zu einer Lebensaufgabe geworden: der Erhalt einer ganzen Rasse, f├╝r die ich das eigene Zuchtbuch der Alt-Tori Pferde gr├╝ndete. 
Fast 50 Fohlen habe ich beim Start ins Leben begleitet, manche nach wochenlangen Nachtwachen, andere standen (oder lagen) morgens einfach im Gras. 

Hengst Hargo


26 Jahre in Estland. Im R├╝ckblick ist alles einfacher, lustiger, interessanter. Und ich bin dankbar f├╝r jede einzelne Erfahrung. 


 

Hier einige meiner Begleiter in dieser langen Zeit, die nun vom Tierhimmel auf mich herunterschauen und mich besch├╝tzen...



Linda kam mit mir aus Deutschland
25 Jahre begleitete mich Helbe

Jule, meine erste Begleiterin




Schneck, der originellste Hund der Welt


legend├Ąr: Kater Nathan
Sonja wurde fast 20 Jahre alt

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
Presse und Fernsehen hatten mich recht schnell entdeckt und so manche Reportage ├╝ber Hargo Talu, die Tiere, die Wohnung und meine Lebensaufgabe wurde gemeinsam erarbeitet.


Kodustiil - mein G├Ąstezimmer
Artikel in der Frankenpost

nur eines von vielen Teams hier - der WDR

Eine Koch-Zeirschrift berichtete ├╝ber mein altes Porzellan



25. Mai 2020

Ich m├Âchte mich bei allen meinen Lesern entschuldigen, da├č ich erst so sp├Ąt schreibe. Ein pers├Ânlicher Verlust hat mich sehr lange aus der Bahn werfen k├Ânnen und an dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Freunden, die in dieser schwierigen Zeit teilweise f├╝r stundenlange Telefonate Zeit fanden, die mir Pakete und Paketchen mit Leckereien schickten, um mich zu tr├Âsten. Und die wieder und wieder zuh├Ârten und f├╝r mich da waren. Ich danke Euch: mit Eurer Hilfe und dem Wissen, mich auf Euch verlassen zu k├Ânnen, habe ich wieder neue Pl├Ąne, Ideen und vor allem: das Gef├╝hl, alles wieder schaffen zu k├Ânnen.
Hamlet

Der Winter blieb mild und so konnte ich mitten im Januar ohne Handschuhe mit dem Zaunbau weitermachen, endlich wurden an den neuen, vorhandenen Pfosten Elektrozaunseile gespannt, eine Arbeit, die mir ja im letzten Jahr mit gebrochener Hand und anschlie├čender Operation nicht m├Âglich gewesen war.

Lesja und Veruschka
Was auch mit einer linken Hand schwierig gewesen war und dringend nachgearbeitet werden mu├čte, war die Erziehung der Fohlen. Hassan und Veruschka erinnerten sich nicht mehr daran, da├č zum Fohlen-ABC auch das Hufegeben z├Ąhlt und man sich anbinden lassen mu├č. Auch Hamlet, der damals erst 3 Monate alt war, mu├čte sich damit anfreunden, ein Halfterchen zu tragen und da├č hinter seine Mutter schl├╝pfen nicht wirklich erfolgreich ist. Trotzdem ich noch ein bi├čchen vorsichtig sein mu├čte, klappte die Erziehung hervorragend. Die legend├Ąre Gutm├╝tigkeit der Alt-Tori Pferde zahlte sich aus und der R├╝ckstand wurde schnell nachgeholt. Als der Hufschmied kam, lobte er die Kleinen sehr. Na also.

Hamlet und Hesperos
Mehrere Fahrten nach Tallinn zu Konferenzen und "runden Tischen" im Landwirtschaftsministerium unterbrachen das Bauernhof-Einerlei und erforderten teilweise sehr viel Vorbereitungsarbeit. Wie sollten sich die (leider kleinen) Subventionen f├╝r die Halter gef├Ąhrdeter Haustierrassen gestalten? Was k├Ânnte man besser machen, was ist falsch gelaufen? Ich vertrat als Zuchtverbandsleiterin die Alt-Tori Pferde und freue mich, da├č alle meine Vorschl├Ąge inzwischen zur Diskussion auf der h├Âheren Ebene stehen und vielleicht der eine oder andere Gedanke dem Rasse-Erhalt helfen wird.

Hengst Heliodor
Messestand Helsinki


Ende Februar war es pl├Âtzlich so weit: routiniert hatte ich bestellt, organisiert, geplant und mein Stand auf der Helsinki Expo 2020 (Pferdemesse) wollte aufgebaut werden. Einige neue Ideen und ein vollgeladener Mietbus machten sich schlie├člich f├╝r das letzte Februar-Wochenende auf nach Finnland und die Messe wurde tats├Ąchlich ein voller Erfolg. Wermutstropfen war nur, da├č die ersten  Corona-F├Ąlle nun auch in Finnland und Estland gemeldet wurden und die im April geplante Tampere-Messe pl├Âtzlich in Frage stand.



Damit fing eine Zeit der Unsicherheiten und Unklarheiten an - nicht nur f├╝r mich. Es war ja nicht nur die Messe, f├╝r die sich die Ware im G├Ąstezimmer stapelte. W├╝rde der Tierarzt kommen? Wie w├Ąre der Heutransport zu organisieren? Was erwartete mich beim Einkaufen? In meiner Waldeinsamkeit herrscht ja zum Gl├╝ck nicht so ein Kommen und Gehen, da├č mich die Isolation schwer getroffen h├Ątte, auch hatte ich mir in der letzten Zeit angew├Âhnt, nur noch einmal die Woche einkaufen zu fahren. Aber eine gewisse Angst machte sich doch breit. Wenn ich mich infizieren w├╝rde, was w├╝rde aus den Pferden? Wie w├╝rde es weitergehen? Verantwortung ist immer eine gute Motivation, aber manchmal scheint sie doch etwas zu gro├č zu sein f├╝r mich. Ich beschlo├č, alles als Herausforderung zu sehen.

Inzwischen ist trotz der ungew├Âhnlich kalten Temperaturen f├╝r Mai der Fr├╝hling eingezogen, Amseln, Stare und vor allem die zwitschernden Rauchschwalben haben meinen Hof wieder f├╝r sich entdeckt, die Pferde blinzeln in die Sonne, die Kater liegen irgendwo im Sand und tanken W├Ąrme, die H├╝hner nehmen ihre Staubb├Ąder und eine Henne hat zu br├╝ten angefangen. Das Leben - ob ich es m├Âchte oder nicht - geht weiter. Und endlich habe ich wieder das Gef├╝hl, da├č es auch gut so ist.

der dreibeinige Kater Mischka im Sonnenschein
Diesen Sommer wird dank der ausgefallenen Messe wohl weniger m├Âglich sein, der Zaunbau wartet, ob die letzten beiden Unterst├Ąnde gebaut werden k├Ânnen, ist unklar. Aber so manche Idee m├Âchte ausprobiert und umgesetzt werden, so mancher Gedanke geht mir nicht aus dem Kopf. Alte Freunde schreiben und rufen an, planen sogar Besuche hier. Ich danke Euch allen von ganzem Herzen. Ich h├Ątte es ohne Euch nicht schaffen k├Ânnen. 
Hela latscht ins Bild...

Luisa









24. Dezember 2019

Unglaublich, wie schnell dieses Jahr vor├╝bergezogen ist, schon Weihnachten und dabei will bei plus 6 Grad irgendwie gar keine Feierstimmung aufkommen. Aber nat├╝rlich wird heute Abend hinter dem Haus eine der kleinen Fichten gef├Ąllt, ins Haus gebracht und mit dem wundervollen uralten Christbaumschmuck verziert, nat├╝rlich bekommen alle Pferde ihre Extra-Leckereien und auch die beiden Hunde Moritzine und Hundu d├╝rfen sich auf ganz besondere Kauknochen freuen. Auch die drei Kater und die drei Ziegen feiern Weihnachten mit. Und bei den H├╝hnern herrscht schon seit Tagen festliches Treiben: dicke Kohlk├Âpfe und ein neuer Pickstein werden begeistert zerkleinert.

Allen Lesern, allen Freunden w├╝nsche ich wundersch├Âne, besinnliche Festtage. Tage, die uns wieder vor Augen halten, wie gut wir es haben, welch ein Schatz im Leben ein Dach ├╝ber dem Kopf, genug zu essen, zu trinken und auch noch eine Decke zum Einkuscheln sein k├Ânnen. Ich w├╝nsche uns allen mehr Zufriedenheit mit uns selbst und mit unserem Leben. Ich w├╝nsche uns vor allem angesichts so mancher G├Ąste in diesem Jahr mehr Verst├Ąndnis und mehr Freundlichkeit. Mit unseren Anspr├╝chen, die wir nur noch an andere zu stellen bereit sind, nicht mehr aber an uns selbst nehmen wir uns einen ganz wichtigen Teil des Lebens weg: die Neugierde. Und ohne diese fehlt uns die Lust am Erleben, am Ausprobieren, am Hinsehen.

Uns allen w├╝nsche ich also ein Weihnachtsfest voller Neugierde, voller Eindr├╝cke, voller Interesse an allem und allen, was uns umgibt.

In diesem Jahr habe ich dank der Probleme mit meiner rechten Hand fast ein halbes Jahr vieles im wahrsten Sinne des Wortes "mit links" gestemmt. Obwohl ich deutlich eingeschr├Ąnkt war, wurden 4 neue Unterst├Ąnde gebaut, die nicht nur heller, h├Âher und sch├Âner sind, sondern auch meine Arbeit deutlich erleichtern.



16. November 2019


├ťber das Wetter kann man sich herrlich aufregen und wenn ich mit diesem Thema den heutigen Eintrag beginne, dann auch mit einer kleinen Geschichte aus Berlin. Hier in Estland hatte sich der Winter noch nicht verabschiedet, es go├č in Str├Âmen, ein eisiger Wind pustete mich kr├Ąftig durch. Schon beim Landeanflug auf Berlin war ich bester Stimmung, ich blinzelte in den strahlenden Sonnenschein, es war herrlich warm, eindeutig gefiel es dem Fr├╝hling hier besser. Kaum in der S-Bahn am Fensterplatz, Blick auf die Sonne, lie├č sich die Stimme eines ├Ąlteren Herrn vernehmen "... dett is aber auch gleich wieder zu warm, wa?!"

F├╝r stimmungsvolle Bilder vom Hof ist der Herbst mit seinen hier im Norden sehr kurzen Tagen und dem dunklen Novembergrau wirklich etwas schwierig, meine Kamera weigert sich, bei dem Wetter mitzuspielen und so m├╝ssen wir heute fast ohne Bilder auskommen.

Die Trockenzeit hatte abrupt ein Ende und vor├╝bergehend w├╝nschte ich mir ein U-Boot, um zu den Pferden zu gelangen, aber immerhin stieg der Wasserstand im Brunnen wieder. Ich scheine f├╝r das Stemmen der 50 Liter-F├Ąsser nicht die richtige Statur zu haben und war froh, da├č das Schleppen nun ein Ende hatte.

Trotzdem holten mich die Naturgewalten ein, mit fast 100 Stundenkilometern brauste eine ganze Nacht lang ein Sturm ├╝ber S├╝destland hin, es gab Tausende Stromausf├Ąlle, B├Ąume fielen auf die Stra├čen und so manches Dach flog weg. Hier auf dem Hof die Eimer wegr├Ąumen, den Hof nach m├Âglichen Flugobjekten absuchen, T├╝ren verankern - das ist so weit drau├čen auf dem flachen Land im Herbst ohnehin Routine. Die H├╝hner bekamen Hausarrest. Auch wenn ich mich mitunter beim Gehen etwas angeschoben f├╝hlte, kam ich mit dem Sturm ganz gut klar. Pl├Âtzlich ein Rauschen, Wischen, ein dumpfer Aufprall. Das Schlimmste ahnend packte ich Kopflampe und M├╝tze und rannte in die einbrechende D├Ąmmerung. Trotz eisigen Sturms nahm ich mir die Zeit nicht f├╝r eine Jacke und wurde zum Gl├╝ck schnell f├╝ndig: direkt hinter den K├╝kenh├Ąusern war eine alte Fichte umgest├╝rzt, zentimetergenau hinter die kleinen Ausl├Ąufe, tats├Ąchlich ohne etwas zu besch├Ądigen. Und das sollte am Ende der einzige Sturmschaden bleiben, auch ein Stromausfall blieb mir erspart.

Mit dem Sturm waren mildere Temperaturen eingezogen, der Regen h├Ârte auf, endlich konnten meine Bauarbeiter wieder Hand anlegen und schon brachen sie Luzifers und Sibirias Unterst├Ąnde ab. Ein seltsames Gef├╝hl, anstelle der 20 Jahre lang gewohnten Unterst├Ąnde pl├Âtzlich freie Sicht zu haben...

Abbruch von Luzifers Unterstand
Sehr schnell wurden Kiesbetten aufgesch├╝ttet, die B├Âden verlegt und bei jedem Wetter genagelt und geschraubt. Ich staunte, wie schnell die Konstruktion in die H├Âhe wuchs, schon waren die W├Ąnde verkleidet. Inzwischen sind die neuen Unterst├Ąnde fast fertig: nur die T├╝ren und D├Ącher fehlen noch und streichen kann ich erst bei der ersten Fr├╝hlingsw├Ąrme. Es war wirklich ein Traum, der hier wahr wurde: zwei weitere neue Unterst├Ąnde f├╝r die Pferde.

Luzifer beim Probewohnen
Die Koppelpfosten f├╝r die langen Z├Ąune am Wald aber lagern noch immer unber├╝hrt auf ihrer Palette, sie werden noch ein weiteres Jahr warten m├╝ssen. Es liegt an meiner Hand, erst der Gips und nun die Schmerzen, das Kribbeln, die schwierige Koordination... Es wurde nicht wirklich besser und schlie├člich erhielt ich die wenig ermutigende Diagnose: meine "kommt von selbst, geht von selbst"-Strategie w├╝rde dieses Mal nicht aufgehen. Der Nerv w├╝rde sich nicht regenerieren und eine Operation wird noch diesen Herbst n├Âtig sein. Immer wieder kann ich nicht greifen, stechen tausend Messer zu, sind die Finger taub und steif, ganz sicher darf es so nicht weitergehen. Die anschlie├čende Schonzeit erschreckt mich deutlich mehr als die Operation, aber die Pferde brauchen mich wieder. Und zwar gesund und vor allem munter!

Caius in Adventsstimmung


Wenn ich nun tats├Ąchlich eine Zwangspause einlegen mu├č, m├Âchte ich meinen Lesern, allen Freunden von Hargo Talu und den Alt-Tori Pferden eine wundersch├Âne Vor-Adventszeit w├╝nschen.





20. Oktober 2019

Endlich wieder ein paar Zeilen vom kleinen H├Âfchen mitten im Wald in Estland - ich widersetze mich dem ├Ąrztlich verh├Ąngten Schreibverbot wegen einer Nervengeschichte, die meiner rechten Hand schmerzhaft zu schaffen macht, schlie├člich will ich nicht, da├č meine Leser sich Sorgen machen und nat├╝rlich gibt es einiges an Neuigkeiten!

Abschied von einer Ikone...
Helbe im Winter 1996
Mein halbes Leben hat sie mich begleitet, sie war immer pr├Ąsent, immer problematisch und sie hat mir viel beibringen k├Ânnen. Helbe. Im Herbst 1994 als verhungerndes, spilleriges Fohlen gekauft, schon damals mit einem legend├Ąren Dicksch├Ądel ausgestattet, wurde sie zu meiner eigensinnigen Begleiterin ├╝ber immerhin 25 Jahre. Ihre enorme Eigenst├Ąndigkeit und ihr beharrlicher Eigensinn forderten immer meinen Respekt. Unvergessen, als sie ein Fohlen zur Welt gebracht hatte, mir das kleine Tierchen zustupste und auf die Koppel zum Grasen trabte - "du wolltest ein Fohlen, jetzt hast du eins". Unvergessen die Nacht, als sie hinter dem Schlafzimmerfenster stand mit dem n├Ąchsten Fohlen, woher auch immer sie wu├čte, wo sie mich finden w├╝rde?



Helbe war von einer unbeschreiblichen Pr├Ąsenz, zu ihr ging ich, wenn etwas passiert war, bei ihr konnte ich mich anlehnen. Und dann war sie ganz sanft und einfach f├╝r mich da. 25 Jahre hatten wir zusammen, mein halbes Leben, sie war f├╝r den Hof wie eine Institution, sie geh├Ârte dazu. Jetzt wird sie vom Pferdehimmel ihr kritisches Auge ├╝ber mir halten und f├╝r mich da sein, wenn ich sie brauche...


Gleich darauf, als d├╝rfe ich nicht zur Ruhe kommen, stand ich am Verkaufsstand f├╝r meine kleine Firma HobuLove auf dem ersten richtig gro├čen Open-Air Turnier in der Ostseestadt P├Ąrnu bei unbeschreiblich wunderbarem Wetter. Immer wieder blies der Wind herrliche Meerluft heran und mit meinen zwei gutgelaunten Helfern war es wie ein kleiner Urlaub am Meer. Dar├╝berhinaus trugen gutgelaunte Kunden, ein hervorragend organisiertes Turnier und eine tolle Helferin auf dem Hof zur Ferienstimmung bei.

P├Ąrnu Classic im August 2019


Noch immer aber war die Hand nach dem Bruch nicht ganz so einsatzf├Ąhig, wie ich mir das gew├╝nscht h├Ątte und noch immer hatte ich Schmerzen, aber das Leben auf dem Hof forderte mich und bei herrlichem Wetter gingen mir die Routine-Arbeiten doch immer leichter von der Hand, ich brachte bei herrlichem Herbstsonnenschein das Brennholz in die Scheune, reparierte die Elektroz├Ąune, versorgte zwischendurch die gerade geschl├╝pften Nachz├╝gler-K├╝ken und begr├╝├čte den wieder auf dem Hof erschienenen Kater Sultan, der den ganzen Sommer woanders verbracht hatte.

Mein Vater plante, etwa Mitte September zu kommen, ihn hatte ich eindringlich vorgewarnt - Fohlenwache stand an, ausgerechnet bei der noch immer mi├čtrauischen und mitunter unberechenbaren Stute Uteha aus der Ukraine. Sie war die Tage ihrer Tr├Ąchtigkeit noch scheuer geworden, noch weniger gewillt, sich ber├╝hren zu lassen, trotzdem kontrollierte ich gut zuredend ihr Euter, was sie sich erstaunlicherweise gefallen lie├č. Am Halfter konnte ich sie nicht mehr greifen. Und als ich eines Abends entschied, wegen der bald anstehenden Geburt das Gatter zur gro├čen Koppel zu schlie├čen, schien sie das geahnt zu haben: sie lief vor mir weg und das Gatter blieb offen. Ich wu├čte, da├č es nun nicht mehr lange dauern w├╝rde, nun standen die Nachtwachen an. Aber nur eine Stunde hielt es mich im Haus, dann packte ich mich warm ein, setzte die alte russische Fliegerm├╝tze auf, schnappte die Kopflampe und suchte in der stockfinsteren Nacht nach Uteha. In der tats├Ąchlich hintersten Ecke der Koppel fand ich sie und neben ihr stakste ein ungelenkes sahnetortenfarbenes Hengstfohlen geradeswegs durch den Elektrozaun.

erst 12 Stunden alt!
Sofort telefonierte ich nach Hilfe und zum Gl├╝ck hatte ich einen Pferdebesitzer vorgewarnt, er war schneller da als erwartet. Das gar nicht kleine Fohlen hatte l├Ąngst das Euter gefunden und schon mehrfach getrunken, aber da die Nachgeburt nicht ausgetrieben wurde, rief ich den Tierarzt. Mir war klar, da├č f├╝r alle weiteren Ma├čnahmen Uteha und Sohn in den weit entfernten Unterstand gebracht werden mu├čten, was bei der uns abwehrenden Stute praktisch unm├Âglich erschien. Es wurde immer k├Ąlter, langsam glitzerten die Gr├Ąser um uns herum, der erste Nachtfrost. Zum Gl├╝ck beeilte sich der Tierarzt und er wu├čte ganz genau, wie man eine mi├čtrauische Stute mit ihrem wackligen Fohlen man├Âvrieren konnte und im Unterstand angekommen waren die Nachgeburtprobleme schnell behoben, nun war erst einmal alles ├╝berstanden. Ich bedankte mich ersch├Âpft bei den helfenden H├Ąnden und dem nachts erschienenen Tierarzt - nun erst sp├╝rte ich meine eiskalten F├╝├če und ebenso klammen Finger. Kaum im Haus schnappte ich mir die W├Ąrmflasche und kochte hei├čen Kr├Ąutertee. Es war 4  Uhr morgens und nun erst einmal ab ins Bett...

Mein Vater hatte also Gl├╝ck und mu├čte sich die erstaunlich kalten N├Ąchte nicht um die Ohren schlagen, er war f├╝r wenige Tage gekommen, um die Beleuchtung der beiden neuen Unterst├Ąnde zu installieren - wobei er sich immer wieder begeistert von diesem kleinen Fohlen ablenken lie├č. Kein Wunder: der erst wenige Tage z├Ąhlende Kleine flog geradezu  in gestrecktem Galopp ├╝ber die Koppel. Mir selbst gefiel dieses kleine isabellfarbene "Barbiepferd" erst einmal gar nicht. Und da die Mutter den Kleinen abschirmte, war auch nicht an ihn heranzukommen. Aber Fohlen... die wissen das ja alles nicht... die sind einfach nur da und irgendwann fangen sie an, die Welt zu erkunden, sehen sich alles genauer an - und als eines Tages der Kleine seine Nase nach mir ausstreckte und mich mit seinen Tasthaaren im Gesicht kitzelte, war es doch um mich geschehen! Inzwischen hat er auch seinen Namen erhalten: Hamlet -uw-

Uteha und Hamlet im Oktober 2019


Kaum war mein Vater abgereist, hatte ich keine Ausrede mehr: die Tallinn International Horse Show stand vor der T├╝r und ich hatte genau 8 Tage Vorbereitungszeit f├╝r die beiden St├Ąnde auf der gr├Â├čten Pferdeveranstaltung Estlands. Ich zeichnete, ma├č die Fl├Ąchen aus, z├Ąhlte Ware, packte, stapelte, organisierte. Schlie├člich war es vollbracht: der Stand des Alt-Tori Zuchtverbands mit der begehrten Verlosung war aufgebaut und auch hier standen wieder motivierte, ehrenamtliche Helfer zur Seite. Und gleich daneben besuchten mich die besten Reiter Estlands an meinem Stand von Hobulove, wo ich nicht nur unglaubliche Mengen an Pferdeleckerli verkaufte, sondern auch HAAS-B├╝rsten, unz├Ąhlige Halfter, Stricke, Longen...




Genau auf dieser Veranstaltung schaffte ich es offenbar, meine noch nicht so ganz regenerierte rechte Hand falsch zu belasten. Immer wieder stechende Schmerzen und abwechselnd taube und kribbelnde Finger zeigten sehr deutlich, da├č ich k├╝rzertreten m├╝├čte. Nun trage ich zeitweise die von der Neurologin verordnete Schiene, die tats├Ąchlich schon Wirkung zu zeigen scheint und hoffe, da├č eine Operation umgangen werden kann...Und halte mich ab jetzt wieder an die verordnete Computerpause.






11. August 2019

Wenn es eines nicht wird auf meinem kleinen Hof Hargo Talu, dann langweilig. Und ich versuche einmal, der Reihe nach zu erz├Ąhlen - ganz so viele Bilder habe ich dieses Mal allerdings nicht, noch gibt es da kleine Probleme. Aber wie versprochen: der Reihe nach.

Schon am 12. Juni sollte die letzte Nachtwache stattfinden, endlich war es da, ein kleines, sehr zierliches kastanienbraunes Fohlen mit einem Blick, der Steine erweichen k├Ânnte. Was f├╝r ein goldiger kleiner Kerl. Mitunter etwas unbeholfen sortierte er die offenbar zu langen Hinterbeine, die schafften es manchmal nicht so recht, dem neugierigen N├Ąschen hinterherzulaufen. Da war die Kuscheldecke, die ins M├Ąulchen gesteckt werden mu├čte, dann konnte man herrlich eine Schaufel von der Schubkarre stupsen und alles inspizieren, auch Mamas Futterkrippe wurde immer wieder gr├╝ndlich untersucht. Damit hat Hargo Talu einen richtigen kleinen Thronfolger bekommen, der inzwischen die ganze Stutenherde f├╝r sich eingenommen hat und immer wieder eine andere "Mami" rekrutiert, die auf ihn aufpassen mu├č. Hassan(chen) ist wirklich ein kleiner Herzensbrecher, nicht nur f├╝r uns Menschen...



Nun endlich nahm auch Gestalt an, was ich hier im Blog erfolgreich verheimlicht habe und was "nur" ein Anfang sein soll: vor zwei Jahren hatte es im fr├╝hen Herbst praktisch 2 Monate ununterbrochen geregnet. Mein Galgenhumor, mir ein U-Boot bestellen zu wollen, weil ich die Pferde sonst nicht mehr f├╝ttern k├Ânne, wurde mir mit der Zeit selbst bitter. Es waren tr├╝be, regenverschleierte Tage, die Felder konnten diese Wassermassen nicht mehr aufnehmen und bis in den Fr├╝hling sollte ein riesiger See mitten in einer Koppel an diese Wasserkatastrophe erinnern, wo schlie├člich sogar eines Morgens zwei Singschw├Ąne herumpaddelten, begleitet von seltenen Wasserv├Âgeln wie Flu├čstrandl├Ąufern, Wildenten und dem gro├čen Brachvogel... diese Wetterlage hatte schlie├člich schwerwiegende Folgen. Fast alle Unterst├Ąnde begannen abzusinken, teilweise konnte ich die T├╝ren nicht mehr ├Âffnen, die D├Ącher verzogen sich. Nat├╝rlich w├Ąre an Reparatur zu denken gewesen, die D├Ącher k├Ânnte man ja auch anheben, aber mir war klar, da├č mich immerw├Ąhrende Baustellen erwartet h├Ątten.

Ab 20. Mai ging es los. Meine Ideen und Sonderw├╝nsche wurden durchgesprochen, schweigen wir ├╝ber die Kosten, damit wird der Ersatz meines ├╝ber 20j├Ąhrigen Gel├Ąndewagens erst einmal in weite Fernen ger├╝ckt und auch so manche andere dringende Anschaffung zum unerf├╝llbaren Traum. Aber was sein mu├č, mu├č eben sein. Und so wurden die am meisten eingesunkenen zwei Unterst├Ąnde abgerissen.






Immer wieder stockte die Arbeit, wurde Material nicht geliefert, machte uns allen die ungew├Âhnliche Hitze zu schaffen - und doch: Ende Juni waren beide Unterst├Ąnde fertig, h├Âher als die fr├╝heren Geb├Ąude, die Dachtr├Ąufe nun zur Seite (was sich beim n├Ąchsten Gewitter als richtige Entscheidung erweisen sollte), mit ordentlichem Fundament und verdichtetem Kiesbett unter den B├Âden. Als ich sie gestrichen hatte und erste Fotos machte, war ich selbst v├Âllig hingerissen, auch wenn Beleuchtung und Haken f├╝r meine Ger├Ątschaften noch fehlen. Nat├╝rlich tr├Ąume ich davon, die n├Ąchsten beiden Unterst├Ąnde in Angriff zu nehmen...

Anfang Juli kam Eva (die drei richtig guten Bilder in diesem Blog sind von ihr) und griff mit zu. Kaum hier, war sie schon mehr oder weniger eingearbeitet und so konnten wir nach wenigen Tagen Leni mit der kleinen Veruschka zur Pferdeklinik bringen - wieder sollte sie besamt werden. W├Ąhrend die kleine Veruschka alle begeisterte, benahm sich Leni dieses Mal in der Klinik ziemlich unm├Âglich, also waren dort alle froh, als sie schon nach wenigen Tagen wieder heimgeschickt werden konnte. Und da passierte es... das Halfter ri├č, das Seil mit dem Karabiner scho├č auf mich zu und... knallte auf meine rechte Hand. Wie sehr ich blutete, merkte ich erst, als ich Leni eingefangen und angebunden hatte und das Fohlen wieder zu ihr man├Âvriert - und nicht etwa am Schmerz, sondern an den entgeisterten Blicken von Eva. Ab zum Wasserhahn, Blutung mit kaltem Wasser gestoppt, Pflaster drauf und fertig. Leni war auf einmal kooperativ, ging innerhalb weniger Minuten auf den H├Ąnger und wir fuhren nach Hause.

Veruschka wird von Lesja begeistert begr├╝├čt

Dort wartete schon der LKW mit den ├╝blichen 38 Rollen Heu, die ich mit dem Traktor abzuladen hatte. Schmerzmittel und ran an die Arbeit. Allerdings... am n├Ąchsten Morgen war die Hand dann so blau, da├č ich mich nicht mehr bel├╝gen und mit Durchhalteparolen tr├Âsten konnte. Ab zur Klinik und das R├Ântgenbild war dann so eindeutig, da├č mir das Ausma├č der Katastrophe klar wurde - der vom Karabiner zerschmetterte Knochen w├╝rde einen Gips brauchen. Und zwar, wie mir versichert wurde, mindestens 4 Wochen. Unter den Elektroz├Ąunen war nicht gem├Ąht worden, die neuen Zaunpfosten standen immer noch unber├╝hrt herum, ich konnte selbst mit eisernem Willen vieles einfach nicht mehr selbst machen. Eva band mir die Schuhe und tr├Âstete nach Kr├Ąften. 4 Wochen...

Ganz ehrlich: ohne Eva und ihre Zuversicht und vor allem ihr beherztes Anpacken w├Ąre dieser Zwischenfall wirklich zur Katastrophe geworden. Dann kam auch noch mein Lebensgef├Ąhrte und so konnte ich immerhin einen Teil der Zeit mit tatkr├Ąftiger Hilfe ├╝berbr├╝cken. Aber dann... 9 Tage allein auf dem Hof. Ich konnte nicht absp├╝len, das Umr├╝hren des H├╝hnerfutters war kaum zu koordinieren, vieles blieb f├╝r mich einfach ein unl├Âsbares Problem, so sehr ich auch improvisierte.

Irgendwie schaffte ich es dann doch und seit 3 Tagen ist der Gips ab - was nat├╝rlich nicht bedeutet, da├č ich sofort mit der Motorsense losziehen k├Ânnte. Im Gegenteil. Die Finger f├╝hlen sich an wie Fremdk├Ârper, sind steif und schmerzhaft, ich habe wenig Kraft in der rechten Hand. Manche Arbeiten werden also noch warten m├╝ssen, bei anderen brauche ich Hilfe. Aber so ungeduldig ich sein mag: es geht weiter!



17. Juni 2019

Der Unfall konnte mich wie erwartet kaum von meinen vielen Arbeiten und Verantwortlichkeiten abhalten und kaum war das Schlimmste ├╝berstanden, hatte ich wieder alles im Griff. Erstaunlich schnell war ich wieder gut zu Fu├č und die Hofbewohner wurden nat├╝rlich alle bestens versorgt und verpflegt. 

Nun stand die Jahreshauptversammlung des Alt-Tori Zuchtverbands an und als erste Vorsitzende hatte ich den Termin sorgf├Ąltig vorbereitet. F├╝r mich als Gr├╝nderin des Zuchtbuchs und Leiterin des immerhin EU-anerkannten Zuchtverbands eine sehr wichtige Aufgabe, zeigt sie doch, wie gut sich unser Pferdebestand entwickelt, welche Perspektiven wir haben und welche ├ľffentlichkeitsarbeit wichtig ist. Wie wir festhalten konnten, werden die Alt-Tori Pferde immer bekannter und haben einen sehr guten Ruf, was sich sowohl durch best├Ąndige Nachfrage als auch positive R├╝ckmeldungen der Pferdek├Ąufer sehr deutlich zeigt.


Da meine Ziege Milla mit 16 Jahren und Arthrose wohl nicht mehr lange auf Hargo Talu leben wird, stand ich vor der Entscheidung, ob ich ├╝berhaupt noch Ziegen halten wollte - es ist ja doch f├╝r meinen Ein-Frau-Betrieb eine zus├Ątzliche Arbeit, nat├╝rlich haben auch kleine Tiere ihre Anspr├╝che und ein Recht auf Lebensqualit├Ąt. Auf die Anfrage einer Bekannten, die aus Gesundheitsgr├╝nden die Ziegenhaltung aufgeben mu├čte, reagierte ich dann doch recht spontan und so zogen bei der alten Ziege Milla zwei Gef├Ąhrtinnen ein: eine rehbraune milchgebende Ziege und ein schwarzgeflecktes Gesellschaftsd├Ąmchen. Die zwei sind deutlich kleiner und neugieriger als Milla und noch m├╝ssen sich alle drei aneinander gew├Âhnen, laufen nicht frei auf dem Hof herum, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Die Entscheidung war jedenfalls richtig: ich habe meinen Spa├č an den lebensfrohen Neulingen und die Milch ist einfach nur lecker.

Und schon begannen die Nachtwachen, bei Leni wurde das Euter sichtlich gr├Â├čer, die Rundung ihres Fohlenbauchs schien sich nach hinten zu verschieben und es sollten 19 N├Ąchte folgen, in denen ich nicht durchschlafen konnte. Alle 2 Stunden war ich drau├čen, in den milden Junin├Ąchten durchaus in der Pyjamahose, immer sofort von der ganzen neugierigen Herde erwartet. Am hellviolett bl├╝henden Fliederbusch vorbei, in dem ein unerm├╝dlicher Zaunk├Ânig in erstaunlicher Lautst├Ąrke sein Liedchen schmetterte. Es waren trotz meiner M├╝digkeit herrliche helle N├Ąchte, in denen der riesige hellgraue Bartkauz lautlos und gespenstisch ├╝ber die hinteren Koppeln strich, immer wieder die Kraniche riefen, der Duft von Heu und Gras und Fr├╝hling in der warmen Luft stand.

Endlich am 8. Juni fr├╝hmorgens war es dann soweit - ich kam um 3 Uhr zur Kontrolle und das Fohlen lag unter freiem Himmel im weichen Heu, Mutterstute Leni umkreiste es unruhig, es war ihr erstes Fohlen. Vorsichtig rieb ich das Fell mit einem Heuwickel ab, um die Blutzirkulation anzuregen, unterst├╝tzt wurde ich von der besorgten Leni, die mit ihrer riesigen Zunge gleich auch sorgf├Ąltig meinen Arm saubermachte. Als das karamellfarbene kleine St├╝tchen nach einigen Aufstehversuchen sicher auf den wackligen Beinen stand, lotste ich die beiden in den Unterstand. Etwas abgeschirmt von der Herde konnten sich Mutter und Tochter besser aneinander gew├Âhnen und ich k├╝mmerte mich sofort um das erste Saugen, die erste Milch ist f├╝r das Fohlen lebenswichtig. Immer wieder drehte sich Leni nach dem Fohlen um und machte so die Suche nach den Zitzen schwierig, ich mu├čte sie schlie├člich anbinden, um das Fohlen zum Euter bringen zu k├Ânnen und nun war ganz schnell die Milchquelle gefunden. Aufmerksam lauschte ich dem lauten Schmatzen und Schlucken, um absch├Ątzen zu k├Ânnen, ob das kleine Tierchen genug Milch bekommen hatte. Ausgiebig trank das winzige St├╝tchen, immer wieder verlor sie die Zitze und suchte eifrig erneut. Schlie├člich plumpste sie ersch├Âpft ins Heu und ich konnte die inzwischen viel ruhigere Mutterstute Leni losbinden, sie stellte sich halb ├╝ber ihren Nachwuchs und d├Âste. Noch einige Male kontrollierte ich, ob das Fohlen selbst├Ąndig trank und schlie├člich konnte ich sicher sein, da├č wirklich alles in Ordnung ist.

erst einen Tag alt und schon neugierig
Inzwischen etwas ├╝ber eine Woche alt, ist aus dem kleinen staksigen Fohlen eine sehr aktive, lebendige und etwas freche junge Dame geworden, die auch schon im Heu herumw├╝hlt aus dem Futtertrog der Mutter stehlen will. Sie entwickelt sich hervorragend und ich bin froh, die vielen halbdurchwachten N├Ąchte hinter mir zu haben. Die Suche nach einem passenden Namen war schnell erfolgreich: Veruschka hei├čt die kleine Sch├Ânheit.



Nun aber warten viele Arbeiten auf mich, die ich wegen der Fohlenwache nicht erledigen konnte, auch wenn ich mich zwischendurch wirklich wunderte, mit wie wenig Schlaf ich auskomme - irgendwann war ich einfach nur noch m├╝de und so blieben hier und da kleinere Dinge liegen, mu├čten verschoben werden, standen an. So werden wohl die wartenden Zaunpfosten bald in Angriff genommen und alle Koppelz├Ąune erneuert, ein riesiges Unternehmen auf fast 20 Hektar, das schon in den letzten 2 Jahren etappenweise vorangebracht worden war und hoffentlich gro├če Fortschritte machen w├╝rde. Jetzt ist die kleine Veruschka da, jetzt kann es losgehen!






7. Mai 2019

Endlich regnet es und innerhalb weniger Tage wurden die Birken zu hellgr├╝nen Wolken, duftete der Giersch rund ums Haus und ich lege eine kleine Pause ein, um von Hargo Talu zu berichten. Die Pause ist nicht ganz unfreiwillig, aber davon sp├Ąter.

Zuallererst stand die riesige Pferdemesse in Tampere an - mein kleiner knallrosa Stand w├╝rde dieses Mal richtig ins Auge stechen, hatte ich doch neue R├╝ckw├Ąnde bestellt und wollte auch einige neue Ideen umsetzen. Dieses Mal fuhr ich ganz alleine, die sehr pl├Âtzliche Absage meiner Helferin, f├╝r die ich ja sogar ein Hotelzimmer gebucht hatte, hatte mich doch ziemlich getroffen. Aber vor Ort wartete schon Eeva auf mich, kurz darauf kamen Heli und Leeni und blitzschnell war der bis unters Dach millimetergenau beladene Kleinbus ausger├Ąumt und der Stand aufgebaut. Mit so motivierten und fr├Âhlichen Helfern war auch die Messe und der zeitweilig unbeschreibliche Andrang leicht zu meistern - und als pl├Âtzlich der Besucherstrom abri├č, war die Veranstaltung auch schon zu Ende. Ein voller Erfolg f├╝r meine kleine Firma!

Zur├╝ck in der Waldeinsamkeit und bei den Pferden sch├Âpfte ich wieder Ruhe. Eeva war aus Tampere mitgekommen und ihre ruhige Art und ihre praktische Hilfsbereitschaft halfen beim Einleben. Doch irgendetwas fehlte... Zur F├╝tterung tauchte Katinka nicht wie gewohnt im Speicher auf, laut schnurrend und maunzend ihr D├Âschenfutter einfordernd. Irgendetwas an ihrem Fehlen stimmte nicht. Wir suchten und riefen.

Katinka 2015 - ein winziges K├Ątzchen
Ich mu├čte daran denken, wie vor fast 4 Jahren mein Hund Pauline vor der Scheune wachte und ein winziges, weghuschendes, abgemagertes K├Ątzchen gefunden hatte. Sofort brachte ich Katzenfutter und beobachtete mit einigem Abstand, wie hungrig dieses kleine Tierchen alles verschlang. Erst sp├Ąter sollte ich entdecken, da├č Katinkas Unterkiefer deutlich verk├╝rzt war und sie wohl ohne Paulines Entdeckung in K├╝rze verhungert w├Ąre. Sie war sehr scheu, aber schon nach wenigen Tagen wartete sie vor der Scheune, strich um "ihre Pauline", maunzte und schnurrte. Ihr pr├╝fender Blick wurde freundlicher, auch ich wurde irgendwann umschnurrt. Nie wollte sie ins Haus, sie hatte ihre Nester auf dem Heuboden.

Katinka an der Speichert├╝re


Und immer wartete sie im Speicher auf mich... Ich wei├č nicht, wie alt Katinka war, als sie auftauchte, aber ich wei├č, da├č sie ohne Pauline diese Jahre hier auf dem Hof nicht h├Ątte erleben k├Ânnen. Und so hatte sie doch ein sch├Ânes Katzenleben mit vielen M├Ąusen (die sie f├╝r mich s├Ąuberlich aufreihte) und ihren Freiheiten. Nun ist sie ganz sicher im Tierhimmel und umschnurrt Pauline - dieser Gedanke tr├Âstet mich...








Auf dem Hof machte sich der Vorfr├╝hling bemerkbar, wenn auch das Gr├╝n noch auf sich warten lie├č, kamen herrliche sonnige Tage, die H├╝hner konnten nun nach drau├čen und genossen erste Staubb├Ąder und winziges frisches Gr├╝n, die Pferde standen tr├Ąge blinzelnd in der W├Ąrme und das wollige Fohlen wurde selbst├Ąndiger, entfernte sich von Mutter Heliade, ├Ąrgerte Leni - und endlich war der richtige Name gefunden: Lesja. Ein Souvenir meiner letztj├Ąhrigen Ukraine-Reise, die Dichterin Lesja Ukrainka hatte in der kleinen Stadt gelebt, in der ich ├╝bernachtete.



Und wenn alles l├Ąuft, erste Pl├Ąne geschmiedet werden, Arbeiten vorbereitet und geplant, dann spuckt einem das Leben in die Suppe. Ein n├Ąchtlicher Unfall, ein scheuender Hengst, ich unter den Hufen, nicht f├Ąhig aufzustehen, zitternd, nach Luft ringend... und mu├čte doch zum Wasserhahn, das Wasser lief noch... irgendwie kam ich an, irgendwie brachte ich die Eimer in den Speicher, irgendwie schaffte ich es ins Haus. Die Knochen waren ganz geblieben, die eine Rippe stach, ich k├╝hlte das rechte Bein, konnte selbst kaum hinsehen. Der Schock half mir, Schlaf zu finden. Mir war klar, da├č mir nun schwierige Wochen bevorstehen w├╝rden. Die Schmerzen waren auszuhalten, ich war zwar st├Ąndig m├╝de, das Gehen ging aber mit jedem Tag besser und ich staune, wie ich die Pferde trotzdem so gut versorgen konnte. Nat├╝rlich wird die Heilung noch l├Ąngere Zeit in Anspruch nehmen, aber diese Zwangspause ist nicht nur schrecklich und schlimm. Man sch├Ątzt seine Gesundheit, seine Unversehrtheit mit einer anderen Dankbarkeit und mir hilft immer, eisern vorw├Ąrts zu schauen. Wenn in 3 Wochen Lenis erstes Fohlen kommt, bin ich ganz sicher wieder richtig gut zu Fu├č.









29. Mńrz 2019

Nun hatte es mich doch erwischt. Eine richtig b├Âse, gemeine, schmerzhafte Erk├Ąltung, die sich dann auch noch f├╝r eine Woche bei mir einnistete. Und das kalte, windige Immer-noch-Winter-Wetter eignete sich wenig, um gesund zu werden. W├Ąhrend ich hustete und schniefte und die N├Ąchte mit Minusgraden aufwarteten, schien Heliades Bauch immer seltsamere Formen anzunehmen. Der Unterstand wurde mit goldgelbem Haferstroh ausgepolstert und schlie├člich war die erste Nachtwache angesagt, Erk├Ąltung hin, Erk├Ąltung her.

Zur Abendf├╝tterung zwei Tage sp├Ąter blieb Heliade aus. Mir war sofort klar, was zu tun sein w├╝rde, schnellstens f├╝tterte ich den Rest der Herde, sperrte sie in den Unterstand und rannte zum Heuplatz. Die Vorderbeinchen waren schon da, alles sah gut aus, also zog ich mich wieder zur├╝ck, viele Pferde m├Âchten bei der Geburt nicht beobachtet oder gar gest├Ârt werden und bisher waren Heliades Geburten immer sehr gut verlaufen. Ich f├╝tterte und tr├Ąnkte weiter, bei der n├Ąchsten Kontrolle lag das Fohlen schon im Heu und ich entfernte vorsichtig die Eih├Ąute. Ein gar nicht so kleines F├╝chschen mit breiter Blesse. Wieder lie├č ich Mutter und Fohlen alleine, rief den Tierarzt an. Sicher ist sicher.

Nun schien alles ganz schnell zu gehen, das Fohlen war noch nicht einmal eine halbe Stunde alt und stand bereits auf, erste wacklige Schritte, eine besorgte Mutter, die es ableckte. Bei minus 3 Grad und kaltem Wind h├Ątte ich mir die Geburt nat├╝rlich im Unterstand gew├╝nscht, aber meine Erfahrung zeigt, da├č auf meinem Hof fast alle Fohlen unter freiem Himmel geboren wurden. Nun, der Tierarzt w├╝rde schon helfen, die zwei in den Unterstand zu man├Âvrieren - und da stand er auch schon, strahlend und staunend und gratulierte zum gro├čen, kr├Ąftigen Stutfohlen. Und prompt wurde er gebraucht: Heliade war nerv├Âs, weil das Fohlen die Zitze nicht schnell genug fand, wandte sich dem Fohlen zu - und nat├╝rlich verschwand damit das Euter vor der kleinen rosigen Fohlennase. Der Tierarzt stemmte sich also gegen das Hinterbein der Mutterstute - ich schob das neugeborene St├╝tchen unter den Bauch und schon wurde laut schmatzend die erste Milch getrunken, so schnell hatte noch selten ein Fohlen das Euter gefunden.
geboren am 06.03.2019 - Mutter Heliade / Vater Lancelot

Jetzt aber wurde es schwierig: wir mu├čten den Rest der Herde aus dem Unterstand und Mutterstute und Fohlen hinein lotsen - ausgerechnet Leni stellte sich quer und wurde vom Tierarzt ordentlich ausgeschimpft. Sie hatte vor 3 Jahren schon einmal "Tante" f├╝r Heliades Fohlen Linus gespielt und hatte diese Rolle gerne ├╝bernommen. Dazu war es allerdings noch deutlich zu fr├╝h. Kaum im Unterstand rubbelten und rieben wir das Fohlen mit Handt├╝chern und Stroh ab, es war einfach sehr kalt und der Energieverlust bei so kleinen neugeborenen Tierchen ist nicht zu untersch├Ątzen. Aber die Kleine wu├čte viel besser, was Kraft spendet: schon trank sie wieder warme Muttermilch und nun beruhigte sich auch Heliade. K├Ąlte oder nicht: halbst├╝ndlich besuchte ich die beiden, bis ich ganz sicher war, sie ├╝ber Nacht alleine lassen zu k├Ânnen. Die Erk├Ąltung versuchte ich, mit hei├čem Tee einzusch├╝chtern, das Fohlen ging nat├╝rlich vor.



erster Ausflug nach drau├čen


Am n├Ąchsten Morgen sah die Welt schon wieder anders aus: ein im Unterstand h├╝pfendes Fohlen, das aber auch sofort an mir interessiert war, eine v├Âllig beruhigte Mutterstute, die sich loben und streicheln lie├č. Noch wenige Tage w├╝rden sie von der Herde getrennt bleiben, da das Wetter nun wirklich keine Rangk├Ąmpfe um den Unterstand zulie├č: es go├č in Str├Âmen und ich wollte sicher sein, da├č die Kleine jederzeit ein Dach ├╝ber dem Kopf haben w├╝rde, wenn es n├Âtig w├Ąre.



Die Krankheit hielt mich noch einige Tage von H├Âhenfl├╝gen ab, dann aber wurde gepackt. Die Pferdemesse in Helsinki stand an und so einiges hielt mich dann doch in Atem. Der per Vorkasse bezahlte Transporter stand auf einmal doch nicht zur Verf├╝gung, die eine Helferin sagte ab, das Packen ging bei weitem nicht so schnell, wie ich es mir gew├╝nscht h├Ątte. Aber am Ende ist alles gut - und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. So war es dann auch.

Helsinki Horse Fair 2019 - der Verkaufsstand war wundersch├Ân und ein voller Erfolg
Meine winzige Firma  HobuLove hatte einen wundersch├Ânen, gro├čen Stand auf der Messe und tats├Ąchlich kamen wir mit dem Verkaufen kaum hinterher. Die zuckerfreien Leckerli werden in Finnland hoch gesch├Ątzt und auch die ber├╝hmten HAAS B├╝rsten waren wieder sehr gefragt. Alles in allem: eine erfolgreiche Messe, die wieder einmal viel Spa├č gemacht hat.

Auf dem Heimweg allerdings sp├╝rte ich, welchen Preis ich daf├╝r entrichten w├╝rde - die Fohlengeburt mit ihren 5 Stunden bei minus 3 Grad, die immer noch nicht ausgeheilte Erk├Ąltung... mehr als eine Woche lang lag ich flach. Alle verf├╝gbaren Hausmittelchen wurden angewendet vom hei├čen Bad ├╝ber Inhalieren bis zum Fettwickel, dazu dann literweise unges├╝├čter Tee. Ich hoffe, dieses Mal mit mehr Erfolg.

die ersten Stare sind da!
.... und wieder eine heimatlose Katze
Denn nat├╝rlich geht das Leben auf Hargo Talu weiter! Die ersten Stare singen, die Kraniche tanzen hinten am Wald, die G├Ąnse sind schon durchgezogen und nun endlich ist der Schnee geschmolzen. Langsam, langsam lassen sich erste Fr├╝hlingsboten erahnen. Das kleine St├╝tchen rennt zwischen ihrer Mutter und der Herde hin und her und genie├čt die ersten Sonnentage. Der bereits vor einigen Wochen erblickte neue Gast hat sich offenbar inzwischen eingelebt - schon wieder wurde eine Katze hier ausgesetzt: eine dunkelgraue Sch├Ânheit mit goldgelben Augen, mi├čtrauisch und scheu.





nun schon 3 Wochen alt, ein Kuscheltier
F├╝r mich hei├čt es trotz allem erst einmal, die n├Ąchste Veranstaltung in Finnland vorzubereiten, dieses Mal geht es 200 km n├Ârdlich von Helsinki nach Tampere - dort wartet die gr├Â├čte Pferdemesse Finnlands auf meine Pferde-Leckerli. Wie immer habe ich das Gef├╝hl, noch unglaublich viel packen zu m├╝ssen und wie immer habe ich Bedenken, etwas zu vergessen, aber das geh├Ârt zu den Messen einfach dazu. Auch wenn die n├Ąchsten Tage wirklich anstrengend werden, freue ich auf die Messe.

23. Februar 2019

Manchmal hat man einfach einen Verdacht. Spricht ihn nicht einmal aus, aber man beginnt, den Verdacht zu beobachten. Stellt sich vor, wie man reagieren w├╝rde, wenn... oder wenn nicht... und als ungeduldiger Mensch brauche ich immer recht schnell Gewi├čheit. Der arme Tierarzt, der immer wieder von mir angerufen wurde, sich den Verdacht anh├Âren mu├čte und dem sein voller Terminkalender im Weg stand. Aber heute klappte es endlich. Er kannte Sibiria noch nicht und blieb trotz meiner Ungeduld erst mal mit begeistertem Grinsen stehen und lobte die kleine Stute. Ein Gl├╝cksgriff, die h├Ątte er auch sofort genommen. Sp├Ąter besuchte er sie und sie lief ihm sofort nach, lie├č sich nicht ber├╝hren, aber erstaunt beobachtete ich, wie neugierig und positiv sie dem Gast begegnete.

Leni und Umbra
Dann aber zum Verdacht. Im Vergleich mit der gleichaltrigen Umbra sah Leni einfach seltsam unf├Ârmig aus. Sie war ja das erste Alt-Tori Pferd, das in der Tierklinik besamt worden war, bei der Ultraschall-Untersuchung 3 Wochen nach ihrer R├╝ckkehr war nichts zu sehen gewesen. Eigentlich war damit alles klar Aber in den letzten Wochen kam mir dieses Ergebnis seltsam vor. Dieser birnenf├Ârmige Bauch,  diese seltsame Ausbuchtung nach einer Seite, dieser krokodil├Ąhnliche Appetit - das pa├čte einfach nicht zusammen.

Schon Minuten sp├Ąter lagen der Tierarzt und ich uns in den Armen und er stammelte "entschuldige, aber..." - ich winkte ab "du siehst doch, wie ich mich freue!!!"

Leni wird also Ende Mai ihr Fohlen erwarten. Und ich bin immer noch ├╝bergl├╝cklich, den Verdacht aus der Welt ger├Ąumt zu haben.

Es wird wohl ein fohlenreiches Jahr werden. Was auch viele durchwachte N├Ąchte, viel Stre├č, viel Angst um Stute und Nachwuchs bedeuten wird. Aber wenn dann der erste staksige Galopp ge├╝bt wird, ist alles vergessen...


18. Februar 2019

Seit dem letzten Lebenszeichen ist nun doch einige Zeit vergangen, der Winter fordert mich jedes Jahr aufs Neue heraus und wenn die K├Ąltegrade dieses Mal auch nicht wagten, unter minus 20 zu fallen, so war es nun eben der Schnee, der beinahe endlos fiel und alles in seinem weichen, wei├čen Flaum h├╝llte. Die gesamte Schneeh├Âhe diesen Winter d├╝rfte fast einen Meter betragen, wobei zwischendurch kurze Tauwetter-Zeiten die Einsch├Ątzung erschweren. Und die machten meine Arbeit nicht leichter: alles wird spiegelglatt und der Traktor rutscht an der Heurolle vorbei, anstelle sie aufzunehmen. Nun aber scheint der Fr├╝hling sich zu n├Ąhern, blauer Himmel und die ersten wirklich w├Ąrmenden Sonnenstrahlen k├╝ndigen ihn an.

Diese Eintragung wird leider nur von wenigen Bildern begleitet sein - meine Kamera ist mit Schnee eindeutig ├╝berfordert. Sie kann leider nicht festhalten, wie wundersch├Ân ├╝berall Eiskristalle strahlen und glitzern.
Hela, Umbra, Heliade, Leni

Die Pferde sind begeistert von diesem verschneiten, herrlichen Winter. An milderen Tagen liegen sie im Heu, blinzeln in die Sonne und die Entscheidung, Kraftfutter zu wollen, f├Ąllt vor allem Hesperide jeden Tag etwas schwerer. Am Ende siegte der Futterneid, sie kam dann doch g├Ąhnend und langsam angeschlichen. Die w├Ąrmende Sonne bringt nun Bewegung in die Herden, alle scheinen voller ├ťbermut und viel zu schnell f├╝r meine Kamera wird getobt, gebuckelt, gerannt.



Heliade - hier beim Schneebaden - wird immer runder und breiter und ich kontrolliere sie jeden Abend mit kritischem Blick, da das genaue Deckdatum nicht bekannt ist. Es steht nur fest, da├č sp├Ątestens in 2 Monaten... und das ist nicht mehr so lange hin, wie es klingt.


Linus und Helikon im Gegenlicht

Ihr Sohn Linus von Lancelot, nun schon fast 3j├Ąhrig, w├Ąchst zu einem wundersch├Ânen
Hengst heran. Er ist sichtlich ├╝bergl├╝cklich, nun endlich seinen kleineren Gef├Ąhrten Helikon zum Spielen und Toben ├╝berreden zu k├Ânnen. Nun stiebt der Schnee und die beiden zeigen herrliche Galoppwechsel, es ist einfach wundersch├Ân, ihnen zuzusehen. Leider f├╝r meine Kamera ein Problem, aber beim Fressen sind sie ja auch sch├Ân anzusehen.



Uteha - zu schnell f├╝r meine Kamera


Ausgerechnet meine beiden Ukrainerinnen aber freuen sich unb├Ąndig ├╝ber den Schnee. Uteha tobt mit einer Lebensfreude, die ich der scheuen Stute nicht zugetraut h├Ątte - und Sibirchen bewies mit ihren tollen Bewegungen auch mal wieder, warum ich ausgerechnet dieses seltsame, menschenscheue Tierchen so unbedingt nach Estland holen mu├čte. Das kleine St├╝tchen ist noch immer v├Âllig unber├╝hrbar, aber inzwischen kommt sie sofort zu mir, wenn ich ihren Unterstand betrete, folgt mir auch problemlos und l├Ą├čt sich mit Gesten sehr sch├Ân dirigieren. Aber jedem direkten Kontakt, jeder Ber├╝hrung weicht sie blitzschnell aus, offenbar ist Streicheln f├╝r sie bedrohlich und dann versucht sie, mich durch Anlegen der Ohren oder sogar Bei├čen auf Distanz zu halten.

Sibiria, das kleine Sorgenkind
 Mein F├╝ttern aus der Hand war ein guter Anfang, immer wieder auch so, da├č ein kurzer K├Ârperkontakt unvermeidlich war. Sp├Ąter kam leichtes Antippen der Nase dazu, mehr lie├č sie nicht zu. Mitunter wu├čte ich nicht mehr, wie es weitergehen sollte, aber kaum sah sie mich, stand sie sofort am Zaun und schien auf mich zu warten. Und dann h├Ątte ich dieses wollige Kuscheltier am liebsten in den Arm genommen...  Trotz allem vermeintlichen Stillstand: irgendwann schien mir ihr Blick ruhiger, ihr Ausweichen ein wenig langsamer zu werden. Gestern die gro├če ├ťberraschung: Sibiria erlaubte mir erstmalig ohne Zur├╝ckweichen mehrfach mit dem Finger ├╝ber ihren Hals streichen. Sie blieb v├Âllig ruhig stehen, wartete ab, bewegte sich nicht. Kein Drohverhalten, keine angelegten Ohren, kein Bei├čversuch. Sie stand einfach da und lie├č es geschehen. Ich konnte es kaum fassen. Wir werden sehen, wie es weitergeht - ihr Mi├čtrauen kann jederzeit wieder hervorkommen. Aber wir haben etwas erreicht. F├╝r Sekunden. Irgendwann werden wir Minuten daraus machen...

Nun bei eiskalten, klaren, mondhellen N├Ąchten und tags├╝ber sonnigem Tauwetter wird der Winter von Hargo Talu ein bi├čchen verabschiedet. Noch immer ist alles wei├č und die beachtlichen Schneeberge werden noch lange tauen, die Zufahrt ist spiegelglatt. Aber die Birken scheinen gelblich-r├Âtlich zu schimmern und manches Weidenk├Ątzchen wagt sich schon hervor. Bis zum Fr├╝hling wird es hier noch 1-2 Monate dauern. Aber die Vorboten sind schon zu entdecken.



Hargo Talu im Schnee mit Birke und Lebensbaum


31. Dezember 2018



24. Dezember 2018

Wir alle von Hargo Talu w├╝nschen unseren Freunden und Lesern nah und fern, gro├č und klein wundersch├Âne und besinnliche Weihnachten!
Die wertvollsten Geschenke kann man nicht kaufen - ich will von ganzem Herzen hoffen, da├č alle davon bekommen haben: Gesundheit, Zufriedenheit, Gl├╝ck und Freundschaft...



Dieses Weihnachtsfest ist f├╝r einige meiner Sch├╝tzlinge ein ganz besonderes:

Hundus Zukunft war ziemlich unsicher, als er im Tierheim aus dem Gehege kletterte und wohl nie richtig engen Kontakt zu Menschen gew├Âhnt war. Nun kann er hier im Schnee toben, laut bellend der Ziege imponieren wollen, seine geliebten Kauknochen herumtragen und mich besch├╝tzen. Er zeigt immer wieder, wie sehr er mich braucht.






Der im Herbst aufgetauchte Kater, der noch immer viel zu viel Angst vor Menschen hat; nur ein einziges Mal konnte ich etwas n├Ąher kommen und ihn fotografieren. Wer wei├č, wo er hungrig im kalten Winter Unterschlupf gesucht h├Ątte. Nun hat er seinen Schlafplatz im alten, leerstehenden Stall gefunden, nat├╝rlich steht dort immer wieder Katzenfutter f├╝r ihn bereit.







Und nicht zuletzt das kleine ukrainische Alt-Tori-St├╝tchen Sibiria: da ihr Besitzer lange Zeit im Krankenhaus bleiben mu├čte, hat sich nie jemand wirklich mit ihr besch├Ąftigt. Sie lief mit den anderen Pferden mit, wurde versorgt, aber nicht an Menschen gew├Âhnt. Der Betrieb soll in der n├Ąchsten Zeit aufgel├Âst werden und wer wei├č, ob sich wirklich jemand dieses ├Ąngstliche Pferdchen gekauft h├Ątte.



Es ist ein wunderbares Gef├╝hl, in diesem Jahr gleich drei neuen Sch├╝tzlingen Sicherheit und ein Zuhause bieten zu k├Ânnen. Und ich bin mir ganz sicher, sie freuen sich mit mir.

Frohe Weihnachten! H├Ąid J├Áule! Merry Christmas!






11. Dezember 2018

Am 10.11.2018 kam mein kleiner Hof mit seinen Bewohnern und der Beitrag im estnischen Fernsehen war gelungen, trotz eisigem Wind und Dauerregen. Die ganze Nacht vorher hatte es in Str├Âmen gegossen und trotz der Matsch-Landschaft zeigten die Pferde, da├č sie durch nichts aus ihrer Ruhe und Zufriedenheit zu bringen sind und die Filmaufnahmen wurden mit einigen Aufw├Ąrmpausen am holzbeheizten Herd richtig gut. Herbst in Estland ist nun eben eine schwierige Jahreszeit, nach so wundervollem Altweibersommer wurde es aber auch Zeit f├╝r die wetter-erzwungene langsamere Gangart.

Einige Szenenbilder der Sendung zeige ich hier, die Sendung selbst ist inzwischen leider nicht mehr abrufbar.













Hundu hat inzwischen seinen Kragen los und das Spielen und Toben mit der deutlich kleineren und somit auch wendigeren Moritzine ist wieder in vollem Gange. Die beiden m├╝ssen mitunter nach drau├čen komplimentiert werden, wenn es dann doch zu laut wird. Hundu hat inzwischen zugelegt und  nun l├Ą├čt es sich nicht mehr leugnen: da ist ziemlich viel Rottweiler drin... und das erkl├Ąrt wohl auch, warum er sehr schnell vom Schmusen zum Warnen ├╝bergeht. Er freut sich ├╝ber jeden Besucher, ist auch mit Fremden anh├Ąnglich und verschmust, aber eine f├╝r ihn falsche Bewegung oder die Ahnung, der Gast k├Ânnte mir zu nahe kommen, wird blitzschnell mit grollendem Knurren bedacht, sogar die Z├Ąhne blitzen. Er pa├čt auf mich auf. Er nimmt seine selbstausgesuchte Aufgabe fast ein wenig zu ernst. Damit mu├č ich nun erst einmal lernen, umzugehen.





Nach dem pl├Âtzlichen Abschied von Anton, verursacht durch einen Aorta-Abri├č mu├čte es ganz schnell weitergehen mit dem echten Leben, das sp├╝rte ich. Es mu├čte weitergehen. Sofort. Jetzt keine Pause.

Antons Tochter im August in der Ukraine
Anton hatte in der Ukraine eine Tochter, die mir schon im Sommer aufgefallen war. Ein ganz typisches kleines Alt-Tori-Pferdchen, ich sch├Ątzte sie auf 1,5 Jahre. Dunkelfuchs mit blonder M├Ąhne, breiter Blesse. Allerbeste Abstammung. Auf Anfrage erfuhr ich, da├č sie v├Âllig wild sei, Anton damals ungeplant f├╝r Nachwuchs gesorgt hatte und so ein Pferd w├╝rde man nicht verkaufen. War vielleicht besser so, ich h├Ątte den Zwerg gleich mit aufgeladen, Wildpferd hin oder her.

Ich wu├čte, was zu tun war. Immer wieder fragte ich an und erfuhr nichts. Weder ob die Kleine noch lebte, verkauft war, ├╝berhaupt inzwischen verk├Ąuflich sein w├╝rde. Ich wurde immer nerv├Âser, ich wu├čte, da├č der ganze Betrieb Ende des Jahres aufgel├Âst werden sollte und sie dann beim Schlachter landen w├╝rde. Eines Abends der Anruf von Pascha Krugliak, dem besten Transporteur der Ukraine. Ich solle bitte, bitte nicht traurig sein wegen Anton, er verstehe mich, er k├╝mmere sich um das kleine Pferd. Und in 4-5 Tagen h├Ątte er einen Transport, da w├╝rde er die Kleine nach Vilnius bringen, ich solle sie dort abholen. Auch der Preis war im Rahmen. In diesem Augenblick kamen trotz Paschas liebem Trost, nicht zu weinen, doch einige Tr├Ąnen...


Und dann ging alles ganz schnell, viel zu schnell. Anruf Pascha am Nachmittag des 24.11.2018 - er habe gerade die Kleine aufgeladen und wenn er die Grenze nach Polen passieren w├╝rde, melde er sich. Ich solle dann losfahren. Ein Stall hinter Vilnius w├Ąre der Treffpunkt. Und nachts um 23.30 Uhr fuhr ich los. Bei extrem dichtem Nebel geisterte ich mit meinem alten VW Taro und dem ebenso alten Pferdeh├Ąnger los. Bis Riga kannte ich die Strecke, fuhr manchmal mehr nach Gef├╝hl als auf Sicht, nicht einmal die Schilder waren mehr zu erkennen. Der erste tote Punkt vor Riga, Viertelstunde geschlafen, weiter. Zum Gl├╝ck war eine Bekannte mitgekommen, sie lotste mich mit ihrem Smartphone um Riga herum Richtung Kaunas. Und pl├Âtzlich ├╝berholte mich ein riesengro├čer polnischer Reisebus. Ich h├Ąngte mich an und konnte somit wieder mit h├Âherer Geschwindigkeit fahren, der Busfahrer kannte sich aus. Bei jeder Radaranlage blinkte er links f├╝r mich, bei jeder Ampel Warnblinker. 170 km lotste er mich durch den Nebel Richtung Vilnius, dann bog er ab. Wir blinkten und hupten uns noch zu - ich kann meine Dankbarkeit noch immer nicht in Worte fassen. 

Hinter Vilnius kam die Morgend├Ąmmerung und damit wurde das Fahren leichter. Nach 540 km trafen wir Paschas Transporter. Sofort wurden die Formalit├Ąten erledigt, die Kleine bezahlt, "Sibiria" hie├č sie also, was f├╝r ein sch├Âner Name!  Sie war sehr offensichtlich ziemlich ├╝berfordert, so ging das Umladen in meinen H├Ąnger erstaunlich schnell und v├Âllig reibungslos. Pascha und ich umarmten uns und nach nur 1 Stunde Aufenthalt ging es zur├╝ck. Insgesamt wurden es 17 Stunden Fahrt - mit 3 kleinen Schlafpausen und immer wieder Kontrolle der ├Ąngstlichen Sibiria. War es das wert? 


Zu Hause angekommen wurde die kleine Sibira schnell in ihren eingestreuten Unterstand gelotst und erst einmal trank sie, dann ging sie weg. Kontakt mit Menschen war ihr suspekt, ich lie├č sie alleine. Sollte sie sich erst einmal von diesem langen Transport ausruhen...
Sibiria ist praktisch ein Wildpferd, bekommt immer wieder extreme Angst. Den Elektrozaun hat sie schon einige Male durchbrochen, inzwischen respektiert sie ihn aber. Durch Kraftfutter und Mineralerg├Ąnzer wurde ihr strubbeliges Fell schon glatter und gl├Ąnzender, aber es wird wohl noch sehr, sehr lange dauern, bis sie Ber├╝hrungen zu sch├Ątzen wei├č. Manchmal darf ich sie kurz ber├╝hren, dann wieder tagelang nicht. Hafer und Karotten aus der Hand nimmt sie trotz aller Angst sehr gerne und sie beobachtet mich inzwischen durchaus interessiert und neugierig. Kaum h├Ârt sie mich, steht sie auf ihrem kleinen Paddock und spitzt die Ohren.

was sie wohl zu einer Karotte sagt?
Sibiria ist bestechlich. Der Anfang ist gemacht.



(die Bilder wurden kurz nach Sibirias Ankunft gemacht, neue Bilder folgen in K├╝rze)


6. November 2018

Endlich, endlich ist es soweit: die langen D├Ąmmerungen, die schon am Nachmittag beginnen, die kurzen, tr├╝ben Tage, sie sind da.
Bergengruens "Tod von Reval" wird wieder hervorgesucht, er beschreibt den kommenden Winter seiner alten Heimat so treffend:
"Aber dort im Norden, dort oben im Osten, dort oben am Meer, dort wird der schwere kr├Ąftige Branntwein getrunken. Dort sind die D├Ąmmerungen zu Hause und die Nebelwolken und Schneegest├Âber..."

Noch hat es nur kurz und wenig geschneit, nur wenig Schneematsch bedeckte das sp├Ąrliche Gras, das der viel zu hei├če Sommer ├╝brig gelassen hat. Und doch hat damit die Heuf├╝tterung auch f├╝r die Pferde begonnen, die bisher noch auf ihren riesigen Koppeln satt wurden. Nach einem so ertragsarmen Sommer machen die enorm gestiegenen Heupreise auch mir zu schaffen - obwohl ich soweit m├Âglich vorgesorgt habe.
Sch├Ânheiten-Galerie: Hesperide, Hestia, Livia, Luisa 

Hier und da warten noch beeindruckende Mengen an Holz darauf, gehackt, gestapelt zu werden und bei den nicht unerheblichen Umf├Ąngen ist es mitunter nicht ganz einfach, sie auf den Holzspalter zu hieven, aber... wie war das mit den Herausforderungen? Eben. Der auf dem Bild ersichtliche Holzberg ist schon verarbeitet und die beiden dahinter werden in den n├Ąchsten Tagen ihren Weg in die Scheune finden. Der Muskelkater kann sich sehen lassen, aber es ist die letzte Zeit vor den gro├čen Herbstregeng├╝ssen, die genutzt werden m├Âchte.



Der neue Hofbewohner "Hundu" ist nun kastriert und der erste Abend nach der Operation war erwartungsgem├Ą├č f├╝r ihn sehr schwierig. Stundenlang sa├č ich auf dem Boden, den gro├čen Kopf auf den Beinen und redete ihm gut zu. Gr├Â├čte Sorgen machte mir der leider notwendige trichterf├Ârmige Kragen - unn├Âtigerweise. Hundu fand schnell heraus, da├č man damit hervorragend die Pferde erschrecken kann und jagt in erstaunlichen Tempo mit ohrenbet├Ąubendem Gebell quer ├╝ber den Hof. Nat├╝rlich versuchte er, auch die Ziege Milla mit seinem neuen Aussehen zu beeindrucken und rannte siegessicher bellend auf sie zu. Milla blieb v├Âllig unger├╝hrt und zeigte sehr deutlich, da├č Hundu in ihren langen Jahren auf Hargo Talu nicht der erste Hund mit Trichter-Kragen ist. Hundu kam Unterst├╝tzung suchend auf mich zu - und wenn man genau hinsieht, streckt ihm Milla hinter seinem R├╝cken die Zunge heraus.
Milla und Hundu
Ziege Milla und Hundu


In der Zwischenzeit hatte der kleine Hof bei eiskaltem Wind und ungem├╝tlichem Nieselregen allerdings wichtigen Besuch. Ein wei├čer Kleinbus parkte hinter dem Haus und vier G├Ąste luden sich zu hei├čem Kr├Ąutertee und ersten Lebkuchen ein: das estnische Fernsehen wollte f├╝r das Vormittagsfernsehen den Hof und die Pferde drehen. Nach einigen Absprachen ging es hinaus in den ungem├╝tlichen Herbst, der unsere gute Laune allerdings nicht zu tr├╝ben vermochte, Regen hin oder her. Zwischendurch fanden wir uns immer wieder am knackenden, knisternden Herdfeuer ein, w├Ąrmten kurz die H├Ąnde und drehten weiter. Am 10.11. um 10.00 Uhr wird "Maahommik" auf dem estnischen Sender ETV gesendet. Ich hoffe, die Sendung (wenn auch auf estnisch) wird auch im Internet abrufbar sein.






22. Oktober 2018

F├╝r alle Freunde von Hargo Talu, die gestern nicht um diese Uhrzeit am Fernseher sitzen konnten - hier der Link zur Mediathek.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ostsee-report/Narva-wo-Estland-immer-noch-russisch-ist,ostseereport798.html



18. Oktober 2018

Mit einer Farbgewalt wie nur selten hat der estnische Herbst seinen Einzug gehalten. Es ist selbst nachts erstaunlich mild, unz├Ąhlige Sterne und ein r├Âtlicher Mond beleuchten die Natur. Die Wildg├Ąnse ziehen, ihre Rufe klingen lange nach und erinnern daran, da├č bald der glitzernde Tau auf den Gr├Ąsern zu Reif werden wird.

Die Birken stehen wie goldene Segel im Wind und flimmernd zittern die Bl├Ątter, bevor sie zu Boden tanzen. Wie ein Kind raschelt man durch das trockene Laub und l├Ą├čt sich von den Sonnenstrahlen die Nase kitzeln.
Junghengst Linus -uw-

Die Pferde werden samtig und weich und ein leichter Schimmer hat das gl├Ąnzende Sommerfell abgel├Âst. Sie scheinen st├Ąndig zu fressen, noch sind die Koppeln frei zug├Ąnglich, nun brauchen sie Kraft und Energie f├╝r den kommenden Winter.

Hektor -uw-












Die im September aus der Ukraine gekommene Stute Uteha hat sich eingelebt, sieht deutlich besser aus, sie ist aktiv und aufmerksam.

Uteha und Hesperos

Uteha und Hesperos
Seit wenigen Tagen lebt sie bei ihrem neuen Freund, dem schwarzen Hengst Hesperos. Und nat├╝rlich hoffe ich f├╝r die beiden das Beste.








Der neueste Bewohner von Hargo Talu f├╝hlt sich nun auch immer sicherer. "Hundu", eine in Estland ├╝bliche Verkleinerungsform von "Wolfshund", ist ganz sicher ein Vertreter von allem, was ich mir bei meinem neuen Hund nicht gew├╝nscht h├Ątte. ├älter, R├╝de, Sch├Ąferhundmix. So warf ich ihm im Tierheim auch nur einen ablehnenden Blick zu und lie├č mir eine H├╝ndin am anderen Ende des Areals zeigen. Pl├Âtzlich stand er da und dr├Ąngte sich dazwischen. Die Tierheim-Damen waren sprachlos, eine rannte nach der Leine. Hundu nutzte jede Sekunde, sich an mich zu dr├Ąngeln und seine Lebensfreude zu zeigen. Kaum weggebracht, stand er wieder da. Ebenso verschmust und anh├Ąnglich, seinem eher imposanten Aussehen zum Trotz ein sanfter Kerl. Er war offenbar m├╝helos ├╝ber den 2 m hohen Zwingerzaun geklettert, um mich f├╝r sich einzunehmen... und kam daraufhin in die Quarant├Ąnezelle, wo er sich allerdings sofort auf die Decke legte und einrollte. Und ich blieb in Gedanken. Ein R├╝de, der ├╝berall markieren w├╝rde. Wieder ein etwas zu riesiger Hund, den f├╝r Tierarztfahrten ins Auto zu stemmen, ein Problem werden w├╝rde. Noch dazu ein ├Ąlterer Sch├Ąferhund, der ganz sicher Gelenkprobleme bekommen w├╝rde und bei dem ich mich schon jetzt vor dem Abschied f├╝rchtete. Aber als Freiheitsk├Ąmpfer eben auch ohne wirkliche Chance auf Vermittlung... wenige Tage sp├Ąter durfte er zur Probe mitkommen. Traktoren und die Ziege Milla bringen ihn aus der Fassung, nachts weckt er mich immer wieder, um zu kontrollieren, ob ich noch da bin. Und das mit dem Gehorchen... er scheint irgendwo ein langweiliges, wenig soziales Leben in einem Vorgarten gef├╝hrt zu haben... Auf Hargo Talu ist auch f├╝r seltsame "Hundu"-Tiere genug Platz, zudem er mit Moritzinchen mit einer tapsigen Hingabe und Geduld spielt und die beiden sich wirklich m├Âgen.





Nun aber wieder an die Arbeit mit mir - zwar wird das Brennholz erst n├Ąchsten Winter gebraucht, aber begleitet vom Gegacker meiner Livl├Ąndischen Landh├╝hner, die auch noch sonnenbadend die Tage genie├čen, werde ich das herrliche Sonnenwetter zu nutzen wissen. Bevor der Schatten auf die Sonnenuhren gelegt wird und auf den Fluren die Winde losgelassen werden, mu├č die W├Ąrme noch genossen werden.




An alle meine Leser und Freunde: schon am 21.10.2018 um 18.00 Uhr zeigt der NDR im Ostseereport meinen Hof Hargo Talu, seine zwei-, drei- und vierbeinigen Bewohner (und den Traktor). Ich freue mich schon darauf.















24. September 2018




Meine lieben Leser und Freunde von Hargo Talu,

leider ist die Seite alles andere als aktuell - was auch daran liegt, da├č mein guter Freund, der sie verwaltet, einfach keine Zeit findet und ich nicht den ausreichenden Zugriff habe. Ich versuche nun, hier im Blog wenigstens einige wichtige und zeitnahe Informationen f├╝r ale Interessenten an Hargo Talu und den Alt-Tori Pferden zu ver├Âffentlichen. 


Im Jahr 2012 bekamen genau diese Pferde ein eigenes Zuchtbuch, die ich hier in Estland erhalten wollte, die Alt-Tori Pferde. Es hatte mich 10 Jahre Kraft und Tr├Ąnen gekostet, ich habe unz├Ąhlige R├╝ckschl├Ąge einstecken m├╝ssen, trotzdem habe ich es geschafft: diese zum Typ des Schweren Warmbluts geh├Ârende Pferderasse kann erhalten bleiben. ├ťber die Aktivit├Ąt des Zuchtverbands, dem ich als erste Vorsitzende vorstehe, findet man hier Informationen: www.alt-tori.de 

Hengst Hektor -uw-

Das derzeit leider einzige aktive Alt-Tori Gest├╝t Hargo Talu besteht nat├╝rlich weiterhin und ich schaffe und schufte noch immer weitgehend allein und in Eigenregie, um meinen Pferden ein m├Âglichst sch├Ânes, sicheres Zuhause bieten zu k├Ânnen. Durch den im Sp├Ątsommer 2018 erfolgten Zukauf zweier aus der Ukraine importierter Alt-Tori Pferde (Stute Uteha / Hengst Anton) konnte der Genpool wieder deutlich erweitert und aufgefrischt werden. Deren Vorfahren waren im Jahr 1992 tats├Ąchlich gegen Zucker eingetauscht worden - und durch Zufall erfuhr ich vom Verkauf der beiden wundersch├Ânen Pferde.

Hengst Anton in der Ukraine
Stute Uteha auf Hargo Talu















Alle Pferde von Hargo Talu werden hier ganz kurz vorgestellt, da ich leider keinen Zugriff auf die Daten und Bilder der Hauptseite habe.

Hengste: Hesperos, Luzifer -uw-, Heliodor -uw-, Hektor -uw-, Uljas -uw- und nun auch der aus der Ukraine stammende Anton.

Nachwuchs-Hengste: Linus -uw- (von Lancelot -uw-) und Helikon -uw- (von Hesperos)

Stuten: Livia -uw-, Luisa -uw-, Hestia -uw-, Hesperide -uw-, Heliade -uw-, Umbra -uw-, Leni -uw-, dazu kommt die dem estnischen Staat geh├Ârende Stute Hirande und die aus der Ukraine stammende Uteha.

Drei Stuten bekommen hier ihren sch├Ânen Lebensabend: Helbe, Hela -uw- und Lara -uw-

Kleine Beschreibungen und Bilder werde ich unten anf├╝gen - die Abstammungen aller Alt-Tori Pferde finden Sie hier im neuen Zuchtbuch: http://touraamat.vana-torihobune.ee/


Hund und Katz d├╝rfen nicht fehlen: Kater Mischka, schon seit 9 Jahren der Dreibeiner hier auf dem Hof, er war einfach vor dem Haus ausgesetzt worden, nun begleitet von K├Ątzchen Katinka, die so scheu war, da├č sie fast verhungert w├Ąre - sie hat eine Kiefer-Anomalie und h├Ątte sich nicht mit M├Ąusefangen ern├Ąhren k├Ânnen. Schlie├člich erschien im Jahr 2016 ein Nachbar und wu├čte nicht wohin mit einem gestreiften Kater - so kam auch der eigensinnige Caius zu einem Zuhause. Wer noch meine alten Hunde kennt, wird sich wundern, da├č es ruhiger geworden ist um mich. Der kleine schwarzwei├če Tierheimhund Moritzine, die seit Januar 2016 als richtiges Angsth├╝ndchen eingezogen und inzwischen zu einem Schmusetier geworden ist, hat einen neuen Begleiter gefunden, einen vom Tierheim fast f├╝r unvermittelbar gehaltenen alten, ├╝beranh├Ąnglichen Sch├Ąfer-Mix, der sich ausgerechnet mich aussuchte. Erst 5 Tage hier hat er sich schon erstaunlich gut eingelebt.



H├╝hner im Bruth├Ąuschen
K├╝ken-Gl├╝ck
Auf dem Hof lebt inzwischen auch eine ganze H├╝hnerschar der selten gewordenen alten "Livl├Ąnder Landh├╝hner", die in ganz traditioneller Haltung mit Bruthennen und eigenem Nachwuchs erhalten werden. Die Eier sind eine Delikatesse!







Ziege Milla
Die Ziege Milla wird wohl die letzte Ziege auf Hargo Talu sein, es gibt sie hier nicht mehr, die alten, robusten Land-Ziegen mit weniger Milchleistung. Damit findet die ├╝ber 20 Jahre alte Tradition der Ziegenhaltung ein Ende.






Seit ich im Jahre 2013 pl├Âtzlich die Idee hatte, Pferde-Belohnungsfutter nach Estland zu bringen und die kleine Firma HobuLove zu gr├╝nden, ist mir erst recht nicht mehr langweilig. Inzwischen arbeite ich mit namhaften Firmen wie Haas, Zedan, Balios und einigen mehr erfolgreich zusammen und bin auf den 3 gr├Â├čten Veranstaltungen im Pferdebereich zu finden, die Estland und Finnland zu bieten haben: im M├Ąrz Helsinki Horse Fair, im April Tampere Hevosmessut, im Oktober Tallinn International Horse Show. Den Internetshop finden Sie unter: www.hobulove.ee - gerne kann auch innerhalb Deutschlands versendet werden.

Jetzt steht mir erst einmal die Tallinn International Horse Show bevor, bei der ich mit je einem Stand f├╝r die Alt-Tori Pferde und einem f├╝r HobuLove vertreten sein werde. Was das an Organisation bedeutet, kann sich wahrscheinlich jeder meiner Leser gut vorstellen. Halten Sie mir die Daumen :)

Nat├╝rlich freue ich mich ├╝ber alle R├╝ckmeldungen und Anschreiben, ├╝ber alle Fragen und nat├╝rlich nach einem so katastrophalen Heujahr auch ├╝ber Spenden. Rasse-Erhalt kann sich nicht finanzieren, da immer "zu viele" Pferde f├╝r die Genpool-Reserven zur Verf├╝gung stehen m├╝ssen - und wenn man auch noch letzter aktiver Z├╝chter ist, steht man erst recht unter Druck.

Am 21.10.2018 k├Ânnen Sie mich im NDR in der Sendung "Ostseereport" sehen - und meinen kleinen, gem├╝tlichen Hof kennenlernen. Ich hoffe, Sie freuen sich schon darauf.

Ute Wohlrab - Hargo Talu - 68222 Kuigatsi - Estland





Kurz-Beschreibungen der Pferde auf Hargo Talu 


Hektor im Sommer 2018

Hektor -uw- 11 VT 

geboren am 28.05.2008 auf Hargo Talu
Vater Herr / Mutter Hilvi / Muttervater Hargo
Hektor ist ein sehr gro├črahmiger, ausdrucksvoller Hengst mit enorm schwungvollem Bewegungspotential. Der kupferfarben schimmernde Hengst wurde 2015 lizenziert.
Hektor und Leander

Hektor als Fohlen



 

Heliodor -uw- 15 VT

Heliodor
geboren am 06.07.2005 auf Hargo Talu
Vater Herr / Mutter Hanni / Muttervater Helker
Heliodor ist wohl der auff├Ąlligste Hengst auf Hargo Talu, er entspricht ziemlich genau dem Zuchtziel der 1920er Jahre: flachsblondes Langhaar, Dunkelfuchs, kompakt und charakterlich einwandfrei. Heliodor hat traumhafte Bewegungen und ist auch Fremden gegen├╝ber immer freundlich und ruhig. Heliodor wurde 2018 lizenziert.




Heliodor als Fohlen













Hesperos 3 VT


geboren am 20.06.1998 / gekauft am 17.09.2000
Vater Heigo / Mutter Humba / Muttervater Heku
Hesperos wurde von einem alten Z├╝chter gekauft, nachdem sein Vater Heigo auf Hargo Talu nur noch 3 Stuten hinterlassen hatte. Hesperos ist einer der seltenen Alt-Tori-Rappen. Er ist etwas ruhiger und massiver gebaut, repr├Ąsentiert die etwas schwerere Linie. Er hat praktisch immer eine Stute bei sich - mitunter zieht er auch seine Fohlen mit auf und l├Ą├čt sich als Spielkamerad nie aus der Ruhe bringen.


Hesperos und Helikon -uw-
Hesperos
Hesperos